Inklusion & „Gemeinsames Lernen“

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Inklusion – Vielfalt als Chance

Die GGS Don Bosco ist eine Schule des „Gemeinsamen Lernens“, die sich dem Gedanken der Inklusion verschrieben hat.

Inklusion an der GGS Don Bosco bedeutet, dass alle Kinder in die Schulgemeinschaft eingebunden werden, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Einstellungen oder Einschränkungen. Auch und gerade weil sie verschieden sind im Hinblick auf Geschlecht, Alter, soziale Herkunft und Bildung, im Hinblick auf Nationalität und Muttersprache, Hautfarbe und Religion sowie im Hinblick auf ihre sozialen Fähigkeiten, Begabungen und Beeinträchtigungen.

An unserer Schule berücksichtigen wir die besonderen Bedürfnisse und besonderen Fähigkeiten der Kinder, um sie bei der Entwicklung zu einer mündigen und selbstsicheren Person zu unterstützen. Dementsprechend begleiten und unterstützen wir unsere Schülerinnen und Schüler auf ihrem individuellen Lernweg. Ihre Vielfalt sehen wir als Chance, miteinander und voneinander zu lernen. Durch fest verankerte Strukturen von Regeln und Ritualen, aber auch durch offene und kooperative Unterrichtsformen erhalten die Schülerinnen und Schüler die Förderung und Forderung, die sie benötigen.

Sonderpädagogische Förderschwerpunkte im inklusiven Unterricht

Beim Gemeinsamen Lernen (GL) an der GGS Don Bosco werden Schüler und Schülerinnen mit verschiedenen Förderschwerpunkten gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet.

Schwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung sind:

  • Emotionale und soziale Entwicklung (ES)
  • Sprache (SQ)
  • Lernen (LE)
  • Geistige Entwicklung (GG)

Es gibt Schwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung. Zur Zeit werden noch keine Kinder mit folgendem Schwerpunkt an der GGS Don Bosco beschult:

  • Hören und Kommunikation (HK)
  • Sehen (SE)
  • Körperliche und motorische Entwicklung (KM)

Leistungsbewertung und Zeugnisse

Die Leistungsbewertung sowie die Zeugnisse der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf richten sich nach den Förderschwerpunkten der einzelnen Schülerinnen und Schüler. Kinder mit den Förderschwerpunkten ES, SQ, KM, HK und SE werden zielgleich, d.h. nach den Richtlinien der Grundschule unterrichtet und bewertet. Sie erhalten das Zeugnis nach den Bestimmungen der Grundschule. Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten LE und GG werden zieldifferent, d.h. nach den Empfehlungen für die jeweiligen Förderschwerpunkte unterrichtet und bewertet. Bei den zieldifferenten Förderschwerpunkten werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der im individuellen Förderplan festgelegten Lernziele beschrieben. Die Leistungsbewertung erstreckt sich auf die Ergebnisse des Lernens sowie die individuellen Anstrengungen und Lernfortschritte (§ 27 (1) AO-SF). Die Zeugnisse beschreiben die Lernentwicklung und den Leistungsstand in den Fächern sowie das Arbeits- und Sozialverhalten. (Quelle/ Vorgaben der Landes NRW / z.B. ab § 32 AOSF)

Die Sorge vieler Eltern von Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, dass ihr Kind beim GL langsamer arbeitet, weil es auf die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf „warten“ muss, ist somit unbegründet. Die Klassen werden nach den Richtlinien und Lehrplänen für die Grundschule unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen bzw. Geistige Entwicklung erhalten differenziertes Material, welches ihrem individuellen Förderplan und den Richtlinien ihrer Förderschwerpunkte entspricht. Die Schülerinnen und Schüler, die zieldifferent unterrichtet werden, müssen nicht zwingend die Ziele der Grundschule erreichen.

Inklusiver und präventiver Unterricht

Seit August 2014 gehört eine Sonderpädagogin zum Kollegium der GGS Don Bosco und arbeiten dort in den Klassen, in denen Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam lernen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt vor allem in den ersten Klassen, da hier bereits präventiv unterstützt werden kann.

Inklusiver Unterricht gelingt nur durch die intensive Zusammenarbeit der Grundschullehrkraft und der sonderpädagogischen Lehrkraft (sowie evtl. der Integrationskraft). Die Grundschullehrkraft und die Sonderschullehrkraft gestalten in weiten Teilen im Team den Unterricht der gesamten Klasse.

Kooperation & Kommunikation

 

Gelungenes Gemeinsames Lernen steht und fällt mit der Kooperation aller an der Förderung der Schülerinnen und Schüler beteiligten Personen. Aus diesem Grund wird an der GGS Don Bosco besonderer Wert auf die Kooperation mit allen am Kind beteiligten Personen und Einrichtungen gelegt.

Kommunikationsstruktur an der Don Bosco Schule

Im Folgenden werden die Kommunikationsstrukturen zwischen dem Grundschulteam und dem Förderschullehrerteam dargestellt. Die Auflistung der Punkte ist nicht hierarchisch zu verstehen, sondern vielmehr als ein Kommunikationskreislauf. Grundlage für die Teamarbeit ist eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Teammitgliedern. Verbindlichkeiten werden festgelegt, wohlweißlich, dass der Alltag nicht immer alles nach besprochenem Plan verlaufen lässt. Flexibilität, gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind notwendige Voraussetzungen für ein ressourcenorientiertes Arbeiten. Ziel dieses Kommunikationskreislaufes ist transparentes und zielorientiertes Arbeiten.

Schulleitung und Förderschullehrer

Jeden Freitag findet eine gemeinsame Sprechstunde zwischen Schulleitung, Konrektorin und dem Förderteam statt. Themenschwerpunkte der Besprechung werden von den Teilnehmern vorgetragen und protokollarisch festgehalten. Im Protokoll werden auch Zeitrahmen und Verantwortlichkeiten festgelegt. In dieser Sprechstunde werden auch Themen aus den vorangegangenen Teamsitzungen (Stufenteam, Förderteam) vorgetragen und besprochen. Zudem wird entschieden, welche Themen im Rahmen der Lehrerkonferenz besprochen werden sollen.

Förderteam

In einer wöchentlichen Teamstunde werden Unterrichtsinhalte, Fördermaßnahmen, Fallbesprechungen und Themen aus den Stufenteamsitzungen bearbeitet. Auch hier wird ein Protokoll erstellt, welches als Grundlage für die Sprechstunde mit der Schulleitung dient.

Gespräche Klassenlehrer – Förderschullehrer

Häufig ergeben sich im Laufe des Schuljahres Fragen hinsichtlich einzelner Schüler. Probleme tauchen auf, eine gemeinsame Unterrichtsreihe steht an, die Klasse muss umgestaltet werden, das vorhandene Material reicht nicht mehr aus, Verhaltensmaßnahmen funktionieren nicht mehr oder man kommt mit einem Schüler einfach nicht weiter. In diesen Gesprächsstunden haben die Kollegen Zeit und Ruhe sich in einem Zweiergespräch auszutauschen und auch mögliche Missverständnisse und Unstimmigkeiten untereinander zu besprechen. Diese Gesprächssituationen sind wichtig, da in einem inklusiven Prozess nicht selten alte Gewohnheiten aufgegeben und Arbeitsstile aufeinander abgestimmt werden müssen. Aufgaben und Verantwortung müssen geteilt werden. Die Sprechstunden finden regelmäßig und nach Terminabsprache statt.

Stufenteamsitzungen und Förderteam

In einem Rotationsverfahren nehmen Förderschullehrer und Teampartner an den regelmäßigen Stufenteamsitzungen teil. Das Förderteam teilt sich zur Zeit auf die Stufen 1 und 2 sowie 3 und 4 auf. Durch die regelmäßige Stufenteamteilnahme wird sichergestellt, dass das gesamte Team möglichst einheitliche Ziele verfolgt. Durch diese Kommunikationsmöglichkeiten im Gesamtteam wird für eine geregelte Konfliktprophylaxe gesorgt.

Inhalte

-Zu Beginn des Schuljahres das Curriculum für die Fächer Deutsch und Mathe besprochen. Diese dienen der Förderschullehrkraft als Grundlage für den Förderunterricht in Kleingruppen.

-Reflexion der Fördermaßnahmen

-Fallbesprechungen einzelner Schüler

-Organisatorisches (AOSF,DIFES etc.)

Entstandene Fragen, Wünsche etc. werden in die Förderteamsitzung getragen Rahmen  und ggf. in die Sprechstunde der Schulleitung eingebracht.

Lehrerkonferenzen

Im Rahmen der Konferenzen werden wichtige Inhalte aus der Sprechstunde mit der Schulleitung vorgetragen. Für die Förderschullehrkraft ist ein fester Platz im Rahmen des Konferenzablaufs installiert.

Sitzungen zu ausgewählten Themen

In einigen Fällen ergeben sich aus den Stufenteamsitzungen Fragen zu speziellen, meist organisatorischen Themen oder Neuerungen (AOSF, DIFEs etc.). In diesem Fall bietet das Förderteam gesonderte Infositzungen an. Hier werden zwei Stufen zusammengefasst und zum gewünschten Thema beraten. Die Schulleitung wird vorher über eine spezielle Infoveranstaltung informiert.

Förderplangespräche

Klassenlehrer-Förderschullehrkraft

Ausgewiesene Förderschüler erhalten zweimal im Schuljahr einen individuellen Förderplan. Ist-Stand Analyse, Förderziele, Maßnahmen und Evaluation findet gemeinsam mit dem jeweiligen Klassenlehrer statt. Ziel ist, Maßnahmen zu finden, die im Schulalltag im Klassenverband und in den niveaudifferenzierten Fördergruppen realistisch durchgeführt werden können. Die Maßnahmen werden von beiden Kollegen getragen und organisiert. Für die Förderplangespräche stehen ca. 45. Minuten zur Verfügung. In diesen Stunden konzentrieren sich die Lehrpersonen auf die Zielformulierung und die Entwicklung der Maßnahmen. Voraussetzung für ein erfolgreiches Förderplangespräch ist, dass beide am Kind beteiligten Lehrpersonen sich im Vorfeld schon über den Ist- Stand des Schülers und mögliche Ziele Gedanken gemacht haben. Im gemeinsamen Austausch entsteht dann ein umfassendes Bild des Schülers, aus Sicht der Förderschullehrkraft und des Klassenlehrers.

Lehrerteam – Eltern – Schüler

Im Rahmen der Elternsprechwoche bemühen wir uns, mit Eltern und Schülern die entwickelten Förderpläne zu besprechen. Häufig werden auch Maßnahmen besprochen, die die Eltern zu Hause durchführen können. Diese Maßnahmen reichen von lebenspraktischem Training bis hin zu Förderung anhand spezieller Programme. Im engen Austausch mit den Eltern entsteht so ein Förderkonzept an dem alle beteiligt sind.  Die Schüler sind ggf. bei den Gesprächen im Rahmen der Elternsprechwoche dabei oder besprechen in der Schulzeit gemeinsam mit dem Klassenlehrer und dem Förderlehrer die entwickelten Ziele und die Erfolge. Die Gespräche mit dem Schüler finden in einer motivierenden Atmosphäre statt. Die Ziele sind positiv formuliert. Der Ist-Stand wird ehrlich, kindgerecht und mit genügend Möglichkeiten für positive Entwicklung kommuniziert. Die Schüler können im Rahmen der Gespräche auch ihre Bedenken gegenüber Maßnahmen äußern und über ihre Schwierigkeiten sprechen.  Im Rahmen dieser offenen Gespräche geschieht es nicht selten, dass die Schüler ganz offen und wohl überlegt eigene Ziele formulieren. So sagte ein Schüler zum Beispiel er bräuchte Hilfe im Rahmen des Musikunterrichts, denn dort könne er sich nicht konzentrieren und würde immer stören. Eine andere Schülerin wollte gerne bestimmte Buchstaben lesen üben, die sie ständig verwechseln würde.

(Autorin zur Kommunikation Laura Palazzari)