Gewaltfreie Schule (LB 3: In unserer Schule gehen wir fair und respektvoll miteinander um.)

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Gewaltfreie Schule

Neben sozialen Unterrichtsthemen (Miteinander, Klassengemeinschaft, Ich & die anderen) und unterstützenden Aktivitäten innerhalb der Klassen gibt es drei wichtige Komponenten der Gewaltprävention, die nachhaltig das soziale Klima in unserer Schule verbessern und Mobbing, Aggressionen und Gewalt reduzieren.

  1. Gewaltfrei-Lernen-Projekt
  2. Schüler werden zu Streitschlichtern
  3. Streitschlichtung in Begleitung von einer Lehrkraft

Gewaltfrei-Lernen-Projekt

Sich in Konfliktsituationen richtig zu verhalten, keine Gewalt anzuwenden und diese selbstbewusst und gewaltfrei zu beenden, ist nicht immer einfach. Aus diesem Grund führte unsere Schule im Jahr 2015 im Rahmen der Gewaltprävention in allen Klassen das Projekt „Gewaltfrei Lernen“ durch. Ziel ist es, langfristig die Lernatmosphäre in der gesamten Schule zu verbessern und somit die Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit unserer Schüler und Schülerinnen zu fördern. Aus diesem Projekt ist für alle ein schulweit gültiges Repertoire an Verhaltens- und Reaktionsmustern sowie an Konsequenzen hervorgegangen, die im Folgenden erläutert werden:

Verhaltens- und Reaktionsmuster

  • An unserer Schule sind Spaßkämpfe verboten.
  • An unserer Schule gelten die Stopp-Regeln. (1. Stopp, hör auf, ich will das nicht. 2. Stopp, hör auf. sonst gehe ich es sagen. 3. Stopp. Jetzt gehe ich es sagen.) Die Kinder haben mit den Stopp-Regeln ein Werkzeug an der Hand, mit dem sie sich selbst um ihre Konflikte kümmern können. Sie lernen, sich gewaltfrei für die Achtung ihrer eigenen Grenzen einzusetzen sowie die Grenzen der Mitschüler zu respektieren.
  • An unserer Schule gilt die Partnerwechsel-Regel. Wer zuerst fragt, ist dein Partner. Keiner erfährt eine Ablehnung.

Konsequenzen

a) An unserer Schule existiert die Möglichkeit der Wiedergutmachung, um einen begangenen Fehler aus der Welt zu schaffen. Bei Missachtung der Stopp-Regeln müssen die Schülerinnen und Schüler bis zum nächsten Tag eine Wiedergutmachung (z.B. ein Bild malen, einen Entschuldigungsbrief schreiben u.a.) leisten.

b) An unserer Schule gibt es bei Regelverstößen die Konsequenz des Spielverbots. Bei größeren Regelverstößen müssen die Kinder z.B. während der Pause neben der Aufsicht herlaufen.

c) An unserer Schule existiert das rote Buch als Möglichkeit, körperliche Gewalt gegen andere Kinder per Eintrag zu dokumentieren und beim dritten Eintrag ein Elterngespräch zu führen.

d) Wenn Schüler gemobbt oder Opfer bzw. Zeuge von Gewalt werden, suchen sie sofort die Aufsicht auf.

e) Viele Elemente des Gewaltfrei-Lernen-Trainings sind inzwischen fester Bestandteil unseres Schulalltags. Sie werden teilweise bereits unbewusst gelebt, aber auch regelmäßig bewusst im Unterricht und im Schulleben aufgegriffen.

Evaluation

Das gesamte Kollegium der GGS Don Bosco sowie die Kinder und Eltern sind sich darin einig, dass das Konzept nachhaltig trägt (siehe Anhang, Auswertung Evaluation 2016)

Wir sehen,

  • dass das alltägliche, respektvolle Miteinander aller Kinder und Erwachsenen an unserer Schule durch das Programm weiter gestärkt worden ist.
  • dass die Kinder durch das Konzept ein Verhaltensrepertoire entwickelt haben, das sie selbst stärker und in Konfliktsituationen handlungsfähiger macht.
  • dass die Kinder im Konfliktfall Konsequenz und Klarheit durch Lehrerschaft und OGS-Fachkräfte erfahren, weil die gemeinsam getroffenen Absprachen greifen.

Um die Nachhaltigkeit weiter zu sichern, finden in regelmäßigen Abständen Gewaltfrei-Lernen-Wochen statt, in denen Stopp-Regeln, Kooperationsspiele, Körperhaltung sowie der Umgang mit Beleidigungen wiederholt und eingeübt werden.

Schüler werden zu Streitschlichtern

Im aktuellen Schuljahr (siehe Dreijahresplan)  haben die Schüler/-innen der Don-Bosco-Schule die Möglichkeit bei kleinen Konflikten die Streitschlichter aufzusuchen. Die Streitschlichter sind jeden Tag in der ersten Pause auf dem Schulhof.

Sie unterstützen die SchülerInnen dabei, ihren Konflikt zu klären und eine Lösung zu finden. Die Streitschlichter tragen eine blaue Weste mit dem Schriftzug „Streitschlichtung Don Bosco“, damit sie für alle SchülerInnen erkennbar sind.

In jedem Schuljahr werden wieder Kinder aus der Stufe 3 zu neuen Streitschlichtern ausgebildet, sodass sie dann zum nächsten Schuljahresbeginn mit ihrer Funktion beginnen können. Die Ausbildung der Streitschlichter erfolgt durch die Schulsozialarbeiterin und teilweise durch Peer-Education und Anleitung der vorherigen Streitschlichter der Stufe 4.

In der Streitschlichterausbildung werden folgende Themen behandelt:

  • Thema Gefühle
  • Körpersprache
  • Thema Grenzen
  • Kommunikation
  • Streitgeschichten-Rollenspiele
  • Entwicklung eines Streitschlichterleitfadens
  • Umsetzung und Einübung des Leitfadens über Rollenspiele
  • Selbstreflexion
  • Feedback

Die Streitschlichtung ist mittlerweile allen Kindern bekannt und gut frequentiert.

– siehe Schulprogramm/Schulsozialarbeit

Die Streitschlichtung in Begleitung von einer Lehrkraft

An unserer Schule sollen die Schüler einmal in der Woche die Möglichkeit haben, an einer Streitschlichtung teilzunehmen. Diese ist für Schüler gedacht, die Hilfe bei der Lösung eines schwerwiegenden Konfliktes brauchen, z.B. wenn Kinder immer wieder mit einem speziellen Kind in Konflikt geraten. Die Streitschlichtung gibt ihnen den Raum, den Streit gemeinsam und in Ruhe zu klären. Bei diesem Prozess werden die Schüler von einer Lehrkraft begleitet. Sie steht ihnen als neutraler Vermittler unterstützend zur Seite und hilft den Kindern, eine für beide Parteien annehmbare Lösung zu entwickeln. Diese wird in einem Vertrag festgehalten und von beiden Streitparteien unterschrieben.

Der Ablauf der Schlichtung wird durch die Friedensbrücke (nach einer Idee von Karin Jefferys-Duden), welche während der Schlichtung visuell auf dem Boden zu erkennen ist, bestimmt. Diese überbrückt symbolisch den durch Streit entstandenen Graben zwischen den Konfliktparteien. Die Konfliktparteien gehen sich auf dieser Brücke schrittweise entgegen und treffen sich nach Einhaltung der Vorgaben in der Mitte. Dadurch, dass sich die räumliche Distanz zwischen den Streitenden sichtbar verringert, nimmt auch die soziale Distanz, die durch den Konflikt entstanden ist, in der Regel ebenfalls wieder ab. Durch die Brücke werden die einzelnen Schritte der Schlichtung visualisiert und leicht verständlich. Die Streitschlichtung ist dabei als eine Komponente einer konstruktiven Konfliktkultur anzusehen. Die Schüler und Schülerinnen versetzen sich dabei in Bedürfnisse, Gefühle und Interessen anderer. Sie entwickeln Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen, lernen diese zu verbalisieren und ihre Wirkungen zu überprüfen.

Wenn Schüler gemobbt oder Opfer von Gewalt werden, wenden Sie sich an ihre Klassenlehrerin, die die Schüler zur Streitschlichtung anmeldet. Die Streitschlichterin kann auch direkt von den Schülern angesprochen werden.

Schulinterne Evaluation & mögliche Entwicklungsvorhaben

Inklusion & gewaltfreie Schule

GGS Don Bosco & Index für Inklusion (klicken Sie hier) »

Unter dem Aspekt der Inklusion betrachtet haben wir folgende Anregungen aus dem Index für Inklusion an unserer Schule bereits umgesetzt:

  • B 2.9-14; Werden Mobbing, Aggressionen und Gewalt reduziert?
  • A 1.2-9;  Haben die SchülerInnen das Gefühl, dass Streitigkeiten zwischen ihnen fair und effektiv gelöst werden?
  • B 2.9-10; Wissen die SchülerInnen, an wen sie sich wenden können, wenn sie gemobbt oder Opfer bzw. Zeuge von Gewalt werden?
  • B 2.9-12; Sind die SchülerInnen in den Prozess einbezogen, Strategien zu entwerfen, um Mobbing und Gewalt zu vermeiden und abzubauen?
  • B 2.9-13; Wird das Vorkommen von Mobbing und Gewalt protokolliert?
  • B 2.7-8;  Wird SchülerInnen oder anderen verziehen, wenn sie gegen die Regeln der Schulgemeinschaft verstoßen haben?

Entwicklungsvorhaben zum Thema gewaltfreie Schule

GGS Don Bosco & Index für Inklusion (klicken Sie hier) »

Unter dem Aspekt der Inklusion betrachtet haben wir folgende Anregungen aus dem Index für Inklusion an unserer Schule bereits umgesetzt:

  • Aussicht: B 2.9-3 Werden Mobbing und Gewalt nicht nur mit körperlichen Angriffen, sondern auch mit dem verbalen und emotionalen Zufügen von Schmerz in Verbindung gebracht? (Gewaltfrei-Lernen-Projekt, Reihe Gefühle)

Die Entwicklungsvorhaben unterstützen den aktuellen Dreijahresplan der Schulentwicklung (2015- 2018) und bieten Anlass zur Abstimmung einer anschließenden neuen Planung.

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